Wenn die Kanzleisoftware stottert: Ursachensuche jenseits der Oberfläche
Korrelation vs. Kausalität: Warum der Fehler selten in der obersten Schicht liegt
Korrelation und Kausalität
Doch impliziert eine Korrelation noch nicht Kausalität, auch wenn der Zusammenhang kausal scheinen mag.
— Wikipedia
Ursache und Wirkung
Sie haben Ihre Kopfhörer aufgesetzt und geniessen das neuste Werk Ihres Lieblingsorchesters. Doch die Musik gerät ins Stottern. So macht das keinen Spass! Aber wer trägt die Schuld an dem Problem?
Hier einige Vorschläge, bei wem Sie sich beschweren könnten:
1.Beim Dirigenten! Was ist nur los mit ihm? Merkt er nicht, dass die Musiker aus dem Takt sind?
2.Bei Bose! Diese Kopfhörer sind teuer und taugen nichts!
3.Bei Apple! Das alte iPhone war ohnehin besser als das neue.
4.Bei Spotify! Die verlangen jeden Monat Geld für etwas, was gar nicht richtig funktioniert.
Die Liste der potenziellen Beschwerdeempfänger liesse sich weiter verlängern: Was ist mit dem WLAN-Hotspot? Und dem Switch, an welchem dieser hängt? Oder hat vielleicht der Internetprovider technische Probleme?
Kurz: Die Musik stottert, und es ist alles andere als klar, an wen Sie Ihre Beschwerde richten sollen. Das Produkt, welches Sie konsumieren – also die Musik – kommt zu Ihnen durch ein komplexes System, bei welchem zahlreiche Komponenten oder Schichten aufeinander aufbauen.
Genau gleich verhält es sich mit Ihrer Software timeSensor LEGAL. Wir «komponieren» die Software, mit welcher Sie Ihre Kanzleidaten verwalten. Doch wenn die Musik stottert, so liegen die Ursachen oft tiefer.
Beispiel aus dem Alltag
Die Kanzlei Schneider & Müller (Name geändert) beschwerte sich, dass timeSensor LEGAL seit dem letzten Update plötzlich sehr langsam sei. Ein Ticket wurde eröffnet, und der First-Level-Support unternahm die üblichen Untersuchungen gemäss Checkliste. Auf der timeSensor LEGAL-Ebene wurde nichts gefunden, daher erging die Empfehlung an die Kanzlei, der lokale IT-Supporter möge das Netzwerk überprüfen. Dieser stellte nichts fest, und so wurde weiterhin vermutet, dass die timeSensor-Software an der Verlangsamung schuld sei.
Bei einer vertieften Analyse durch unsere Entwickler zeigte das Traceroute-Protokoll eine verdächtige Verzögerung beim ersten Hop. Das Problem entstand offensichtlich beim Übergang vom Kanzleimodem zum Internet. Nun wurde der Internetprovider aktiviert.
Schliesslich erreichte uns folgendes Schreiben der Kanzlei:
Die Wurzel des Übels konnte gefunden werden: Bei Umbauarbeiten im Keller unseres Hauses wurde das Glasfaserkabel für unsere Büros beschädigt. Unser System hat nach dem Ausfall automatisch auf ein «Notsystem» von Swisscom umgeschaltet. Dieses ist aber viel langsamer. Nun hat die Swisscom den Schaden behoben. Somit fühlen sich unsere Netzwerktechniker «unschuldig» und können bei Messungen, die unser Netzwerk betreffen, keinen Fehler finden. Die Swisscom hat dann «ihren Teil» des Glasfasernetzwerkes geprüft und den Fehler bei sich gefunden. Nun denn: Das Problem ist mit dem neuen Glasfaserkabel behoben! timeSensor läuft nun wieder wunderbar schnell (<5 ms), und es macht Spass, mit der Lösung zu arbeiten.
— Kanzlei Schneider & Müller (Name geändert)
Das Schichtenmodell
Die aufeinander aufbauenden Schichten können als Pyramide dargestellt werden. Die oberste Schicht ist timeSensor LEGAL. Das Programm kommuniziert permanent mit der Datenbank. Darunter liegt das Betriebssystem, welches seinerseits in verschiedene Schichten strukturiert ist. Ganz unten befindet sich die physische Hardware.
Das Schichtenmodell im Überblick – Fehler tieferer Schichten schlagen bis zur obersten Schicht durch.
Fehler in einer Schicht schlagen auf die jeweils höhere Schicht durch. Eine defekte Netzwerkkarte (physische Schicht) wirkt sich durch alle übergeordneten Schichten bis zur obersten Schicht aus. Fehlermeldungen werden jedoch nur von den oberen Schichten ausgegeben; bei den tief liegenden Schichten wird mit Log Files gearbeitet.
Wo liegt der Fehler?
Es kann knifflig sein, die Schicht zu finden, welche das Fehlverhalten verursacht. Da timeSensor LEGAL die oberste Schicht darstellt, werden Fehler hier sichtbar. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Fehler in der obersten Schicht verursacht wurde. Die defekte Netzwerkkarte löst in timeSensor LEGAL eine Fehlermeldung aus – aber die Ursache liegt in einer viel tieferen Schicht.
Deshalb muss bei der Fehlersuche jede Schicht betrachtet werden.
Die Fehlersuche
Um die Ursache eines Fehlverhaltens effizient und systematisch ermitteln zu können, verwenden wir ein dreistufiges Modell.
BIZ | LAW befasst sich seit 2016 mit Fragen der Digitalisierung von Kanzleiprozessen.
Die Entwicklung auch und gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie gibt Kamp und seinen Kanzleikollegen recht: „Wir haben eigentlich kaum einen Unterschied in unserer Arbeitsweise und Effizienz gespürt, als wir im März 2020 auf einmal alle von zu Hause aus arbeiten mussten“. Mit der neuen Schnittstelle wird diese Effizienz noch einmal massgeblich gesteigert.
Hendrik Kamp – Internationales Vertragsrecht und Innovationstransfer
Herr Hendrik Kamp ist auf die Beratung von Technologieunternehmen und Innovations- und Spitzenclustern spezialisiert. Geboren und aufgewachsen in NRW, absolvierte er sein 1. Juristisches Staatsexamen in Bayern. Nach Ablegen des 2. Juristischen Staatsexamens leitete er bereits sehr früh die Rechtsabteilung eines börsennotierten Unternehmens der Automobilzulieferindustrie. Anschliessend begleitete Hendrik Kamp in leitender Position erfolgreich den Turnaround eines mittelständischen Halbleiterherstellers und vertiefte dabei seine wirtschaftliche Expertise. Parallel eignete er sich das systematische Vorgehen zur Prozessverbesserung mithilfe analytischer und statistischer Methoden (Six Sigma) an. Im Jahr 2009 machte er sich als Rechtsanwalt selbständig und gründete BIZ | LAW Rechtsanwälte.









